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Die Zwischenumfrage zum Berufs- und Organisations-Klima ist abgeschlossen. Nun sind die Ergebnisse da:
Die Wirtschafts- und Finanzkrise wirkt sich in einem gewissen Rahmen
auch negativ auf das Sinnerleben im Beruf aus. Diesen Schluss legt die
Auswertung des BOKX im Juli 2009 nahe.
Im Vergleich mit dem Stimmungsbild vom vergangenen Herbst zeigt die aktuelle Abstimmung ein insgesamt niedrigeres Sinn- und Kompetenzerleben im Arbeitsumfeld.
So haben die Befragten derzeit seltener den Eindruck, wichtige Dinge
bewegen zu können, und empfinden ihre Arbeit als weniger bereichernd.
Die vergleichsweise kleine Stichprobe kann allerdings nur eine leichte
Tendenz aufzeigen.
Mit einer Ausnahme: Wir haben die Hypothesen vom Jahresbeginn herangezogen und erneut festgestellt, dass Selbständige deutlich mehr Sinn im Berufsleben empfinden als Angestellte. Auch fühlen sich Selbständige kompetenter - beispielsweise darin, die Belastungen gut zu bewältigen.
Unabhängig davon erleben Menschen, die an 21 bis 50 Tagen pro Jahr auswärts übernachten, mehr Sinn im Beruf
als Menschen mit deutlich weniger als 21 oder mehr als 50
Auswärtsübernachtungen. Daraus lässt sich die Hypothese ableiten, dass
eine Reiseauslastung zwischen 21 und 50 Tagen jährlich optimal ist.
Ein Faktor, der sich positiv auf das Kompetenzerleben
auswirkt, ist die Frequenz der persönlichen Weiterbildung: Je häufiger
und intensiver sich eine Person in den vergangenen fünf Jahren
weitergebildet hat, desto kompetenter schätzt sie sich -
verständlicherweise - selbst beruflich ein. Hingegen hat Weiterbildung
laut dieser BOKX-Zwischenumfrage keinen bemerkenswerten Einfluss auf
das berufliche Sinnerleben.
Im Herbst geht der BOKX in eine nächste große Runde. Wir möchten den Fragebogen zu diesem Zeitpunkt um die Perspektive der Nachhaltigkeit ergänzen und seine Auswertung auf der 4. Dialogtagung am 26./27. Februar 2010 in die Diskussion einfließen lassen.
Sie haben den BOKX erst jetzt entdeckt und möchten wissen, was es damit auf sich hat?
Der Berufs- und Organisations-Klima-IndeX (BOKX) richtet sich an
Menschen im Organisationsbereich und thematisiert deren Zufriedenheit mit ihrer
aktuellen Berufstätigkeit wie auch mit ihrer professionellen Entwicklung. Wie bei allen Aktivitäten des Initiators forum humanum
handelt es sich um ein nicht kommerzielles Engagement. www.forum-humanum.eu
Worum geht es?
Das Befinden der Menschen in anspruchsvollen Berufen und gehobenen
Funktionen in Organisationen ist ein nicht zu unterschätzender Faktor für die
Vitalität unserer Gesellschaft. Der BOKX erfasst diesen Faktor.
Ein Berufs- und Organisations-Klima-Index kann ähnliche diagnostische
und prognostische Hinweise für Wirtschaft und Gesellschaft liefern wie etwa ein
Investitions- oder Konsum-Klima–Index. Dementsprechend sollte die regelmäßige
Erhebung und Veröffentlichung des BOKX auch vergleichbare Aufmerksamkeit
bekommen bzw. Diskussionen und Entwicklungen anstoßen. Mit dem Start in diesem
Herbst wird der BOKX einmal jährlich online erhoben und ausgewertet.
Die durch den BOKX ermittelte Stimmung kann im
Sinne eines Frühwarnsystems auf „Gesundheit“ in den Feldern der Professionen
und Organisationen hinweisen. Neben der Bedeutung für den einzelnen Menschen
und für Professions- bzw- Organisationskulturen hat dies auch wirtschaftliche
Bedeutung.
(Z.B.
ermittelte das Institut für Managementkompetenz (imk) an der Universität des
Saarlandes für die Hälfte der DAX30-Unternehmen
eine "Vernichtung" von erheblichem Humankapital.)
Beim BOKX werden
12 einfache und verständliche Fragen beantwortet, anhand derer die aktuelle Stimmung erfasst wird. Zusätzlich
werden 12 Fragen zur Situation der Beantworter gestellt. Die Bearbeitung durch
Ankreuzen dauert 5 Minuten und ist anonym.
Hintergrund
Viele, die sich im Bereich Wirtschaft und
Gesellschaft umhören, bekommen sehr unterschiedliche Einschätzungen, ob sich Menschen in gehobenen Funktionen
und anspruchsvollen Berufen eigentlich wohl fühlen und sich beruflich auf dem
richtigen Weg sehen. Es ist schwer, einen repräsentativen Überblick über die
Lage und die tatsächliche Entwicklung bei Einzelnen und in Organisationen
zu bekommen. Mal scheinen alle auf Burnout zuzugehen, mal sehen Befragte eher
interessante neue Berufswege und Möglichkeiten, sich stimmig zu entwickeln.
Für eine solidere Einschätzung wäre es informativ, regelmäßig
repräsentative Werte zu bekommen, wie bestimmte Kreise ihre Lage einschätzen.
Dabei kann davon ausgegangen werden, dass ein solches Stimmungsbarometer auf
vielfältige Entwicklungen und Faktoren in gehobenen Berufen und Organisationen
hinweisen kann. Welche genau, muss letztlich im Feld z.B. durch Dialog geklärt
werden.
Herzliche
Grüße,
Dr.
Bernd Schmid
für das forum humanum
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