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Prof. Rudolf Wimmer, Jahrgang 1946, ist
Mitgründer und geschäftsführender Gesellschafter der osb Wien Consulting GmbH,
Professor für Führung und Organisation am Institut für Familienunternehmen der
Universität Witten/Herdecke
sowie einer der Gründer des Managementzentrums Witten.
Sein Position-Statement zum forum humanum
Titel seines Vortrages bei der Folgetagung Gehirn + Organisation "Mensch sein in erfolgreichen Organisationen - was heißt eigentlich´human sein´?" des forum humanum am 29.02./01.03.2008:
„Neurowissenschaften
und Lebenswirklichkeit der Organisationen“
zur Biografie
Nach seinem Studium der Rechts- und Staatswissenschaften, der
Politikwissenschaft und der Philosophie in Wien war er als Universitätsassistent
an der Universität Wien tätig. Er absolvierte
mehrjährige Forschungsaufenthalte in Deutschland und den USA. Er habilitierte an
der Universität Klagenfurt zum Thema
Gruppendynamik und Organisationsberatung. Wimmer ist Gründungsmitglied der 1973
gegründeten österreichischen Gesellschaft für Gruppendynamik und ist in dieser
als Lehrberater und Lehrtrainer tätig. Wimmer ist seit 1977 als freier Berater
und Trainer tätig und seit 1988 Gesellschafter der OSB, Gesellschaft für
systemische Organisationsberatung mbH in Wien, die er mitgegründet hat. Bis 2003
war er des Weiteren Redakteur und Mitherausgeber der Zeitschrift
Organisationsentwicklung. Von 1999 bis 2004 war er an der Universität Witten
Inhaber des Lehrstuhls für Führung und Organisation und ist dort seit 2004
außerplanmäßiges Professor am selben Lehrstuhl. Des Weiteren ist er Mitglied des
Universitätsrates an der Universität Klagenfurt.
Neben seiner Beratertätigkeit verfasste er Publikationen zu Themen der
Organisationsberatung und der Strategieentwicklung auf der Grundlage der
soziologischen Systemtheorie und forscht unter anderem zum Thema Familienunternehmen.
Themenschwerpunkte
Die Schwerpunkte in Wimmers Beratertätigkeit umfassen Fragen des General
Management mit dem Schwerpunkt auf Strategieentwicklung, organisatorischem
Wandel, Weiterentwicklung und Lernfähigkeit von Organisationen sowie Etablieren
geeigneter Steuerungsformen. Im Einzelnen reicht dies von der strategischen
Neupositionierung von Unternehmen als Ganzes über die Beratung im Fall von
Generationswechseln in Familienunternehmen bis zur Verzahnung einzelner Bereiche
eines Unternehmens mit dessen strategischer Zielsetzung Die Schwerpunktsetzung
seiner Beratertätigkeit spiegelt sich auch in Wimmers Arbeit in Lehre und
Forschung wider. Auf der Basis der Systemtheorie reflektiert Wimmer in seinen
Veröffentlichungen Themen der Organisations- und Strategieentwicklung, des
Managements und der Steuerung von Unternehmen sowie den Besonderheiten von
Familienunternehmen. Es geht ihm um die Möglichkeiten, Grenzen und um eine
angemessene Weiterentwicklung des Ansatzes der Organisationsentwicklung
(OE-Ansatz).
Literatur
-
Organisationsberatung. Neue Wege und Konzepte, (Hrsg.), Wiesbaden,
Gabler Verlag, 1992
-
Die Funktion des General Managements unter stark veränderten
wirtschaftlichen Rahmenbedingungen; in: Heitger, B.; u.a. (Hrsg.),
Managerie. 3.Jahrbuch für systemisches Denken und Handeln im Management, S. 74 -
117, Carl Auer Verlag, Heidelberg, 1995
-
Wozu benötigen wir Berater? - Ein aktueller Orientierungsversuch aus
systemischer Sicht; in: Walger G. (Hrsg.), Formen der Unternehmensberatung,
S. 239-283, Dr. Otto Schmid Verlag, Köln, 1995
-
Die Zukunft von Organisation und Beschäftigung. Einige Thesen zum
aktuellen Strukturwandel von Wirtschaft und Gesellschaft; in:
Organisationsentwicklung Heft 3, S26-41., 1999
-
Der strategische Managementprozess: Zur Praxis der Überlebenssicherung in
Unternehmen, (mit Reinhart Nagel), in: Organisationsentwicklung Heft 1,
S.4-19., 2000
-
Systemische Strategieentwicklung, (mit Reinhart Nagel), Stuttgart
(Klett Cotta)2002
-
Aufstieg und Fall des Shareholder Value Konzeptes; in:
Organisationsentwicklung Heft 4/2002
-
Das Mitarbeitergespräch als Führungsinstrument, (mit Reinhart Nagel
und Margit Oswald), Stuttgart 1999 (Verlag Klett-Cotta). 4. Auflage von 1999,
2004
-
Organisation und Beratung, Heidelberg (Carl Auer Verlag,)2004
-
OE am Scheideweg; in Organisationsentwicklung Heft 1/2004
-
Familienunternehmen - Auslaufmodell oder Erfolgstyp? , (mit Ernst
Domayer, Margit Oswald, Gudrun Vater), Gabler Verlag, Wiesbaden, 2.erweiterte
Auflage von 1996, 2005
-
Mehrgenerationsfamilienunternehmen, (mit Fritz B. Simon und Thorsten
Groth), Heidelberg (Carl Auer Verlag), 2005
Links
Mein Position-Statement zum forum humanum:
"Blickt man in die tägliche
Wirtschaftsberichterstattung, so könnte man meinen, am erfolgreichsten seinen
jene Unternehmen, die ihre Entwicklung ausschließlich in den Dienst des
Shareholder Value-Prinzips stellen. Es ist jedoch ein weitverbreiteter Irrtum
dieses Führungskonzeptes, der Erfolg eines Unternehmens beruhe auf der
kompromisslosen Instrumentalisierung seiner Beschäftigten zum Zwecke der
alleinigen Gewinnmaximierung. Eine solche Grundhaltung entzieht nämlich jeder
Organisation auf Dauer die Möglichkeit, für ihr Tun einen tragfähigen Sinn zu
stiften. Dieses Unvermögen hat auf Sicht gesehen stets fatale Folgen. Wir
wissen, dass die Leistungsfähigkeit heutiger Organisationen in einem bislang
noch nie dagewesenen Ausmaß davon abhängt, dass es ihnen gelingt, ein
engagiertes Mittun und Mitdenken ihrer Beschäftigten zu mobilisieren. Ihr
nachhaltiger Erfolg fußt unabdingbar auf der Bereitschaft derelben zur
Verantwortungsübernahme auf allen Ebenen der Aufgabenerfüllung. Dafür ist die
Stiftung eines gemeinschaftlich geteilten Sinnes unerlässlich. "Human sein" in
Organisationen bedeutet deshalb ausreichende Chancen für eine sinnerzeugende
Selbstverwirklichung der beteiligten Menschen bereitzuhalten und auf dieser
Basis immer wieder von Neuem einen fairen Ausgleich zwischen den persönlichen
Interessen der Mitglieder und den Überlebenserfordernissen der Organisation zu
suchen. Nur so erhalten Organisationen ihre Vitalität und
Leistungskraft."
Rudolf Wimmer
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